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Coulthard: Der ganz normale Wahnsinn in Singapur

07. Oktober 2008 - 18:32 Uhr

Routinier David Coulthard zeigte sich nach dem Grand Prix von Singapur sehr begeistert vom ersten Nachtrennen der Formel 1

David Coulthard
Tolle Kulisse: David Coulthard empfand das Rennen in Singapur als richtig gut
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Red-Bull-Pilot David Coulthard hat in seiner langen Formel-1-Karriere schon viele Rennstrecken kommen und gehen sehen - doch der Kurs in Singapur hat den Schotten nachhaltig beeindruckt. Das erste Nachtrennen der Formel-1-Geschichte stieß beim ehemaligen McLaren-Piloten auf viel Gegenliebe, auch wenn bei der Premiere noch nicht alles glatt lief - sprichwörtlich: Vor allem die zum Teil heftigen Bodenwellen stießen den Rennfahrern sauer auf. Coulthards Gesamteindruck war allerdings ein positiver.

"Die Rennveranstaltung in Singapur war in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg: als erstes Nachtrennen und als neuer Straßenkurs - die Bodenwellen einmal außen vor gelassen -, der den Fahrern sehr gefallen hat", schrieb Coulthard in seiner Kolumne auf 'ITV'. "Die ganze Sache war gut organisiert und es waren viele Zuschauer da. Das Fahren unter Flutlicht war kein großes Problem. Bei der ganzen Hitze und Feuchtigkeit war es im Gegenteil sogar absolut richtig, das Rennen bei Nacht zu veranstalten."

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"Die holprige Oberfläche war dagegen eine üble Geschichte", so der Routinier. "Leider waren die unebensten Abschnitte genau vor Kurve sieben angesiedelt, was zugleich die beste Überholmöglichkeit darstellte. Gerade in Kurve sieben war es extrem holprig, was einen Überholversuch zu einem großen Risiko machte. Da gab es einige stehende Räder, weil die Autos buchstäblich abgehoben sind."

"Ich bin mir sicher, dass diese Dinge für das kommende Jahr berichtigt werden und das der Rennsport dort dann noch viel besser sein wird", meinte der Vizeweltmeister von 2001, der nach der anstrengenden Fahrt erst einmal eine Verschnaufpause und reichlich Flüssigkeit brauchte: "Man kann die Anstrengungen eines Rennens immer sehr gut daran erkennen, wie lange sich die Fahrer nach dem Grand Prix beim Wiegen aufhalten."

"In Singapur haben viele Piloten einige Minuten in diesem Raum verbracht, ehe sie sich den Medien gewidmet haben. Ich war nach dem Rennen sehr dehydriert, denn ich hatte in all den 61 Runden nichts zu trinken: Unmittelbar vor dem Start hatte ich bemerkt, dass mein neuer Helm nicht mit einem Trinksystem ausgestattet war", gab Coulthard zu Protokoll.

"Was bei diesem Rennwochenende außerdem total ungewöhnlich war: Fahrer und Teams sind in der europäischen Zeitzone geblieben und haben ganz normal weitergemacht. Das war schon eine ulkige Situation, wenn wir morgens um drei noch in der Hotel-Lobby herumsaßen und alle anderen - die ganze Stadt - schon längst in den Betten lagen."

"Im Großen und Ganzen hat aber jeder dieses Wochenende genießen können", fasste Coulthard das Event abschließend zusammen. "Es waren sehr viele Leute im Paddock Club unterwegs und für Zuschauer und Fans war es ein aufregendes Spektakel. Ich denke, dass Nachtrennen eine Nischenposition in der Formel 1 füllen können. Zu viele sollten es aber auch nicht sein, denn dann ginge etwas von der Innovation und der Erwartungshaltung verloren."

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