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Mosley und FOTA sollen Kosten einbremsen

07. Oktober 2008 - 17:37 Uhr

FIA-Präsident Max Mosley bekommt vom "World Motor Sport Council" den Auftrag, gemeinsam mit der Teamvereinigung Sparmaßnahmen zu fixieren

Max Mosley
Schnelle Kostensenkung: FIA-Chef Max Mosley setzt die FOTA unter Druck
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Den kleinen, unabhängigen Teams geht es bald an den Kragen. Das Schicksal von Super Aguri hat viele Beteiligte aufgerüttelt, der Ruf nach Kostensenkung wurde immer lauter. Maßnahmen für die Zukunft wurden heiß diskutiert, aber bislang nicht in letzter Konsequenz auf den Weg gebracht. Das soll sich nun ändern. FIA-Präsident Max Mosley ließ sich heute vom "World Motor Sport Council" (WMSC) offiziell den Auftrag erteilen, gemeinsam mit den Teams entsprechende Maßnahmen zur Kostensenkung für 2010 festzuzurren.

Die Entscheidung des WMSC in Paris trägt die eindeutige Handschrift Mosleys, denn als Bedingung wurde genannt, dass sich die neu formierte Formula One Teams Association (FOTA) auf ein entsprechendes Kostensenkungs-Paket einigen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, werde die FIA allein entsprechende Pläne verabschieden und die Teams somit vor vollendete Tatsachen stellen. Der Druck auf die FOTA wurde weiter erhöht, denn man will den Rennställen eine Angleichung der Motorleistung für 2009 erlauben, allerdings nur, wenn man sich schnell auf Maßnahmen zur Verringerung der Kosten einigt.

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Wie sind die Mehrheitsverhältnisse innerhalb der FOTA?

Mosley macht nun also Ernst. Er spielt den Ball direkt zur FOTA und erwartet "radikale Maßnahmen, um eine deutliche Sekunden der Kosten in der Meisterschaft 2010 zu erreichen", wie es in einer Mitteilung der FIA heißt. Der Brite ist sich der Unterstützung der privaten Rennställe in der Formel 1 sicher. Williams-Geschäftsführer Adam Parr hatte zuletzt betont, dass es keinen Grund gebe, warum "ein Team mehr ausgeben muss als Williams es tut".

Gerhard Berger
Gerhard Berger macht sich Sorgen um die Existenz von Privatteams
© xpb.cc

Toro Rosso und Force India gingen angeblich sogar noch weiter. In Briefen an Mosley sollen Gerhard Berger und Vijay Mallya schnelle Maßnahmen gefordert haben. Dabei sollen sie bereits konkrete Ansätze genannt haben: Ein neuer Verteilungsschlüssel für die Preisgelder (Motorsport-Total.com berichtete), günstige Antriebsstränge von den Herstellern sowie maximale Budgets in Höhe von 60 bis 90 Millionen Euro. Beide haben ihre finanziellen Nöte als Betreiber unabhängiger Rennställe deutlich Ausdruck verliehen, heißt es.

Die FOTA steht nun also vor einer ernsthaften Bewährungsprobe. Für die Verabschiedung kostensenkender Maßnahmen braucht man innerhalb des neuen Gremiums eine Mehrheit von sieben Stimmen. Ob die vier privaten Rennställe (Williams, Force India, Red Bull und Toro Rosso) nun also drei Hersteller auf ihre Seite ziehen können, bleibt fraglich. Wobei man nicht vergessen darf, dass diese Rennställe genau drei verschiedene Motorenlieferanten haben. Sollte keine Einigung kommen, könnte Mosley seine angekündigten Pläne durchziehen.

Haben Formel-1-Techniker bereits ein Paket geschnürt?

Die Teams sind mit ihren Vorschlägen bereits überfällig. Der FIA-Präsident hatte im Juli alle Beteiligten aufgefordert, bis spätestens zum 3. Oktober entsprechende Vorschläge zu machen. Diese Frist ist nunmehr verstrichen, obwohl Ross Brawn als Leiter der technischen Arbeitsgruppe der FOTA in Singapur auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' gesagt hatte: "Wir hatten ein entsprechendes Treffen und sind dabei in die Details gegangen. Es war ein gutes Meeting und wir haben unsere Ergebnisse nun an die höchste Instanz der FOTA weitergeleitet."

Offenbar hat man sich auf Ebene der Formel-1-Techniker auf Maßnahmen geeinigt, doch allem Anschein nach ist der Katalog auf dem Weg über die FOTA-Spitze zur FIA möglicherweise irgendwo hängen geblieben. Mosley hatte in seinem ursprünglichen Maßnahmen-Katalog unter anderem folgende Punkte genannt: Hersteller müssen private Teams einen kompletten Antriebsstrang (inklusive KERS) für maximal zwei Millionen Euro liefern, die Verwendung von Simulatoren und Windkanälen wird eingeschränkt und der Spritverbrauch soll bis 2011 um 20 Prozent sinken (bis 2015 um 50 Prozent).

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