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Eine Woche "Big-Brother-Container" für die F1-Stars

01. April 2005 - 15:07 Uhr

Formel 1 goes 'Big Brother' - vor dem Saisonstart 2006 werden sich einige F1-Stars ihren Fans einmal von ihrer privaten Seite zeigen

Kamera
Von den Kameras beobachtet: Macht auch Michael Schumacher mit?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am Rande des Großen Preises von Bahrain in Manama ist durchgesickert, dass die Formel 1 nun wirklich einmal etwas für ihre Fans tun möchte und dabei einen völlig neuen Weg einschlägt. Damit reagiert man auf die sich hartnäckig haltende Kritik, dass sich die Stars der sterilen "Königsklasse des Motorsports" zu sehr abschotten und sich ihren Anhängern zu wenig zeigen.

Allen voran Renault-Teamchef Flavio Briatore hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder gefordert, dass man den Zuschauern mehr bieten muss und den Unterhaltungswert der Formel 1 steigern sollte. Um das Interesse an der Formel 1 vor dem Saisonstart im kommenden Jahr zu schüren, hat der schillernde Italiener zusammen mit 'Endemol', Europas größtem Produzenten für Fernsehunterhaltung, ein einzigartiges Konzept entwickelt.


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In der testfreien Zeit im kommenden Dezember sollen die Formel-1-Fahrer eine Woche gemeinsam auf Briatores Farm in Kenia (nur einen Steinwurf vom Meer gelegen, ausgestattet mit jedem denkbaren Luxus) verbringen, wo man gemeinsam auf die kommende Saison trainieren wird.

Dabei werden die Stars rund um die Uhr von Kameras beobachtet, tagtäglich können die TV-Zuschauer Zusammenfassungen der Geschehnisse des Tages sehen, zudem gibt es abends jeweils verschiedene Wettbewerbe, bei denen sich die Fahrer gegeneinander live messen werden. Lediglich auf dem "stillen Örtchen" sollen die Fahrer nicht von den Kameras verfolgt werden.

"Unser Vorhaben stößt in der Formel 1 auf reges Interesse", erklärt Projektleiter Jeroen Koek. "Wir sind uns sicher, dass wir mit diesem Konzept eine breite Masse erreichen können, vor allem auch eine neue Zielgruppe, die wir durch dieses Konzept für die Formel-1-Saison 2006 gewinnen können."

Laut Koek ist man bereits dabei, mit einigen Managern der Fahrer Verträge auszuhandeln. Wie viel der Produzent von in Deutschland erfolgreichen TV-Shows wie 'Big Brother', 'Wer wird Millionär', 'Domino Day', 'Notruf' oder 'Nur die Liebe zählt' für die Verpflichtung der Formel-1-Piloten bereit ist zu zahlen, darüber schweigt sich der 46-Jährige aus.

Doch es gibt bereits kritische Stimmen aus der Formel 1: "Uns wurde von 'Endemol' entsprechendes Konzept vor einigen Tagen vorgelegt. Für uns kommt eine Teilnahme nicht in Frage", so ein Fahrermanager gegenüber 'F1Total.com'. "Die Fahrer sollen auf Briatores Farm in Kenia kaum Privatsphäre genießen können, mit einigen doch sehr fragwürdigen Aktionen will man versuchen, das wahre Ich der Teilnehmer offen zu legen. Das finde ich nicht gut."

Der Manager weiter: "Es könnte gut sein, dass sich einige der von Natur auf ehrgeizigen Fahrer im Verlauf der Tage deshalb gehörig in den Haaren liegen werden. Zudem frage ich mich, was die Sponsoren dazu sagen werden, wenn es wie geplant zu der rauschenden Party mit freizügigen Tänzerinnen kommen wird. Wir haben bereits abgesagt."

Koek ist jedoch überzeugt davon, "mindestens ein Dutzend" Fahrer Ende Dezember nach Kenia einladen zu können. 'Endemol' möchte jeden Tag eine 45-minütige Tageszusammenfassung produzieren, die während einer insgesamt zweistündigen Live-Sendung ausgestrahlt werden wird.

Für die britische Ausgabe des Formates, dessen Name noch nicht feststeht, konnte der ehemalige Formel-1-Pilot Eddie Irvine als Moderator gewonnen werden - für gute Unterhaltung dürfte also zumindest im englischsprachigen Raum gesorgt sein. Das Format soll weltweit an verschiedene TV-Stationen verkauft werden.